Vor mehr als 16 Jahren wurde das vielfältige Spektrum des Kölner Chorlebens um eine ungewöhnliche Facette erweitert: mit dem DEUTSCHE WELLE CHOR ist die sangesfreudige Rheinmetropole um ihre sicherlich internationalste Singgemeinschaft bereichert worden.
Der internationale DEUTSCHE WELLE CHOR ist eine Gemeinschaft chorbegeisterter Mitarbeiter der Deutschen Welle, die ihre Hörfunkprogramme seit 2003 aus Bonn in alle Welt sendet. Kolleginnen und Kollegen des "Stadtbummel"-Teams hatten die Idee: Im Herbst 1993 gründeten sie einen Chor durch die Initiative und unter der Leitung des damaligen Leiters der Musikredaktion, Gunnar Valk. So wurde ein multinational zusammengesetzter, vierstimmiger Chor, dessen Mitglieder in verschiedenen, besonders aber der Fremdsprachen- Redaktionen, aber auch anderen Abteilungen der Deutschen Welle arbeiteten, ins Leben gerufen.

DW-Chor-Bild in Merian

Sie singen in vielen Sprachen, die Sängerinnen und Sänger des Deutsche Welle Chores aus zur Zeit 20 Nationen.
Und sie verstehen sich als Friedensbotschafter, die Brücken bauen wollen zwischen Menschen und Kulturen. So wurden und werden sie auch wahrgenommen bei ihren Auftritten im Inland und vor allem im Ausland - wie etwa bei Konzerten in Israel, in USA oder in Polen.
Besonders eindrucksvoll für den Chor war der Auftritt beim Weltjugendtag im Bonner Hofgarten vor rund 100 000 jungen Menschen aus der ganzen Welt. Die Vielfalt der Sprachen und musikalischen Stile (vom Bach-Choral bis zum Gospel, vom alten Madrigal bis zum modernen Musical, vom chinesischen Liebeslied bis zum brasilianischen Folksong) begeistert das Publikum ebenso wie die Farbigkeit der Landestrachten, in denen der Chor auftritt. Und so ist der DEUTSCHE WELLE CHOR einzigartig als ein multikulturelles Ensemble, das immer wieder neu beweist: Musik überwindet Grenzen, öffnet die Herzen und verbindet Menschen - unabhängig von Nationalität und Religion.

Wenn die rund 50 Sängerinnen und Sänger auf der Bühne stehen und in vielen Sprachen singen, dann nimmt der schöne, aber vielfach auch unscharfe Begriff der "Völkerfamilie" konkrete Gestalt an. Wir ahnen etwas von der leider noch immer fernen Utopie einer friedlichen "Weltgemeinschaft", die sich mit ihren unterschiedlichen Kulturen gegenseitig bereichert.

Es war von Anfang an Sympathie, in der sich Deutsche und Ausländer, nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich begegnet sind; doch die Gründung eines solchen Chores war sicher auch ein Experiment - es ist auf schönste Weise gelungen.
Über die Erfahrung von Gemeinschaft hinaus hat sich auch der Chorklang weiterentwickelt. Die Sängerinnen und Sänger sind einen Weg der stimmlichen und musikalischen Weiterbildung gegangen, der heute Früchte trägt - mehr noch: Singen wird als eine ganzheitliche Lebensäußerung erlebt, die Körper, Geist und Seele erfasst und so, im weitesten Sinne, "Heilkraft" entfalten kann in einer "unheilen" Welt.

Gesungen werden Lieder aus allen Erdteilen, vorgetragen in den Originalsprachen.

Bei den Auftritten im In- und Ausland und der wöchentlichen Chorprobe im Bonner Funkhaus am Rhein erklingt's dementsprechend vielsprachig, beispielsweise in Japanisch, Russisch, Polnisch, Finnisch, Hebräisch, Philippinisch, Zulu, Kroatisch, Portugiesisch, Englisch, Polynesisch, Spanisch, Indonesisch, Italienisch, Koreanisch, Französisch, natürlich auch in Deutsch oder sogar in Kölsch. Bunt wie das originelle Repertoire ist auch das Erscheinungsbild des Chores bei öffentlichen Auftritten, wenn insbesondere die Sängerinnen in ihren jeweiligen Landestrachten die völkerverbindende Botschaft der Weltsprache Musik - im wahrsten Sinne des Wortes: anschaulich - vermitteln.

Im Januar 2008 legte Gunnar Valk die Leitung des Deutsche Welle Chores in jüngere Hände. Maja Braun, Redakteurin der Kisuaheli-Redaktion von DW-Radio, leitet seitdem den internationalen Chor.